Ergebnisse

Auf Basis bisheriger Erfahrungen mit ESF-Länderprogrammen zur Tagespflege und mit Bundesprogrammen zu anderen Themenfeldern kann davon ausgegangen werden, dass die Qualifizierung von Tagespflegepersonen im Rahmen eines ESF-Bundesprogramms förderbar ist. Auch die Förderung von Fachdiensten für Tagespflege aus ESF-Mitteln scheint bei guter Begründung möglich.

Zur Steuerung des Mitteleinsatzes wurde für ein ESF-Bundesprogramm zur Tagespflege ein Ausschreibungsverfahren vorgeschlagen, in dem Konzepte eingereicht werden. Um die Fachlichkeit der geförderten Maßnahmen zur Tagespflege sicher zu stellen, sollten mit der Ausschreibung Förderkriterien erstellt werden. Die Aufteilung der Mittel auf die Bundesländer kann nach dem Königsteiner Schlüssel erfolgen. Zur Vermeidung ungünstiger Parallelstrukturen und zur Berücksichtigung länderspezifischer Besonderheiten sollte zudem ein formales Verfahren zur Beteiligung der Länder installiert werden. Organisation der Ausschreibung und Mittelverteilung sollte über eine bundesweit agierende Regiestelle erfolgen.

Die Entscheidung darüber, in welcher Größenordnung ein Förderprogramm Tagespflege installiert wird, muss auf politischer Ebene getroffen werden. Bei den Kostenszenarien wurde davon ausgegangen, dass für die Qualifizierung neuer Tagesbetreuungspersonen und für den Einstieg in begleitende Fachdienste für Tagespflege eine Anschubfinanzierung unter 20 Mio. € aus dem Europäischen Sozialfonds beantragt und eingesetzt wird. Im Rahmen der Kofinanzierung müsste damit ein Eigenanteil mit unterschiedlichen Sätzen in Deutschland West (50 %) und Deutschland Ost (25 %) durch öffentliche und/oder freie Träger der Jugendhilfe, die BA o.ä. aufgebracht werden.

In drei Rechen-Varianten wurden Szenarien für die Verwendung der eingestellten ESF-Mittel entworfen:

• Variante 1: externe Qualifizierungskurse bei Bildungsträgern
Bei der ausschließlichen Mittelverwendung für die Qualifizierung kann im Bezug auf die Qualifizierung annähernde Bedarfsdeckung erreicht werden.

• Variante 2: Arbeitseinheiten „Fachdienst Tagespflege“ mit integrierter Qualifizierung
Beim Einsatz der Mittel ausschließlich für Fachdienste können ca. 10 % des Bedarfs gedeckt werden.

• Variante 3: Kombi-Modell externe Qualifizierungskurse bei Bildungsträgern und Arbeitseinheiten „Fachdienst Tagespflege“ mit integrierter Qualifizierung
Variante 3 stellt einen Kompromiss zwischen Variante 1 und 2 dar. Die integrierten Fachdienste zur qualitativen Absicherung der Betreuungsform sind eine fachlich erstrebenswerte Infrastrukturlösung, wenn die Kindertagespflege sich zu einer verlässlichen Betreuungsform auf einem den Tageseinrichtungen vergleichbaren Niveau entwickeln soll. Variante 3 sichert über die Kombination von externer Qualifizierung und Fachdiensten sowohl eine gewisse Breitenwirksamkeit als auch die Fachlichkeit der Betreuungsform, die modellhaft in ausgewählten Konzepten realisiert und finanziell unterstützt werden kann.

Zur Umsetzung der ESF-Förderung wurde ein Kombinationsmodell wie in Variante 3 empfohlen.

Kontakt

+49 89 62306-255
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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