Sprache geht alle etwas an!

Angestoßen durch die Ergebnisse der PISA-Studie hat der gesellschaftliche Diskurs um sprachliche Bildung und Sprachförderung hohen Stellenwert erlangt. Institutionen wie Schule und Kindertagesstätte sind in die Verantwortung genommen: Sprachliche Bildung soll möglichst früh beginnen und betrifft alle Kinder.
Dem Anspruch folgend wurden bundesweit zahlreiche Maßnahmen, Konzepte und Projekte im Bereich der sprachlichen Bildung und Sprachförderung in Tageseinrichtungen für Kinder entwickelt. Sich in diesem „Angebotsdschungel“ zurecht zu finden und den Überblick zu bewahren, ist für pädagogische Fachkräfte und Träger nicht leicht.

Die vielerorts derzeit durchgeführten Sprachstandserhebungen und kurzzeitigen Sprachkurse sind zudem in der Fachwelt hinsichtlich ihrer Effektivität und kindgerechten Anwendung umstritten. So besteht unter dem derzeitigen Handlungsdruck die Gefahr einer verfrühten und einseitigen Festlegung auf bestimmte Verfahren und Maßnahmen, die möglicherweise speziellen Bedürfnissen von Kindern nicht gerecht werden. Die Komplexität des Spracherwerbprozesses und einer effektiven und wirksamen sprachlichen Förderung machen einen intensiven und interdisziplinären Diskurs erforderlich; nicht zuletzt auch, weil Forschung und Konzeptentwicklung zur sprachlichen Bildung im vorschulischen Bereich in ganz unterschiedlichen, oft getrennt voneinander arbeitenden Arbeitsbereichen und Institutionen erfolgen.

Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des Projektes, einen Überblick zu erstellen, der die vorhandenen Maßnahmen, Konzepte und laufenden Projekte zur sprachlichen Bildung und Sprachförderung in Tageseinrichtungen für Kinder systematisch nach ihren jeweiligen Inhalten, Zielen, Methoden und Umsetzungsmöglichkeiten beschreibt. Der Fokus richtet sich dabei auch auf Möglichkeiten einer regionalen Vernetzung sowie einer Kooperation unterschiedlicher Ansätze.
Mit diesem Leitfaden soll insbesondere pädagogischen Fachkräften eine Orientierungshilfe an die Hand gegeben werden, die sie dabei unterstützt, ein Förderkonzept auszuwählen oder sich zu kombinieren, das den Voraussetzungen ihrer Einrichtung und den Bedürfnissen ihrer Kinder entgegenkommt und angemessen ist.

Im Rahmen der Recherche und zur Intensivierung des interdisziplinären Diskurses fand im Dezember 2003 in Hannover gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung, Gütersloh eine Expertentagung statt. Die hier gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Erstellung des Leitfadens ein.

Kontakt

+49 89 62306-204
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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