Phase I: Qualitative Untersuchung


Vorgehen:
In einer ersten explorativen Phase wurden mit wenigen Eltern, die ihre Kinder Zuhause betreuten, ausführliche halbstandardisierte Interviews geführt. Die Auswahl der Familien orientierte sich an den bisherigen Erkenntnissen zu Personengruppen, die auf der Basis der Analysen des Mikrozensus und der DJI-Kinderbetreuungsstudie als diejenigen identifiziert werden konnten, deren Kinder nicht den Kindergarten besuchten. Wichtige Gruppen waren dabei Familien mit einem Migrationshintergrund – und darin insbesondere diejenigen aus Nicht-EU-Staaten – sowie Familien aus bildungsfernen Milieus.
Im Zuge dieser explorativen Phase wurden weiterhin die Frage der Zugangswege zu den Familien, die Möglichkeit und die Wahrscheinlichkeit ihrer Auskunftsbereitschaft sowie die Frage der angemessenen Befragungsform geklärt (schriftlich oder mündlich, in Deutsch oder in der Herkunftssprache).

Analysen der DJI-Betreuungsstudie legten zusätzlich nahe, dass Umfeldbedingungen wie das vorhandene Platzangebot, aber auch Nachbarschaftskulturen durchaus relevante Einflussgrößen für den Besuch von Tageseinrichtungen für Kinder sind. Deshalb wurden solche Umfeldbedingungen, die auf der Basis der Ergebnisse der DJI-Betreuungsstudie noch weiter spezifiziert werden konnten, bei den Analysen berücksichtigt.

Inhaltliche Schwerpunkte der leitfadengestützten Interviews waren neben der Frage der Kindertagesbetreuung Daten zur Familienstruktur, zu Ausbildung und Erwerbstätigkeit der Eltern und zu ihrem sozialen Netzwerk sowie zu den lokalen Angeboten an Kindertagesbetreuung. Bei den Interviewpassagen zur Ermittlung der Gründe für die Nicht-Inanspruchnahme eines Kindergartenplatzes und zu Bedingungen, die einen Kindergartenbesuch attraktiver machen würden, wurden hauptsächlich offene Fragen eingesetzt. Durch diesen offenen Befragungsprozess, in dem die Eltern über ihre Lebenssituation frei erzählen konnten, wurde verhindert, dass nur sozial erwünschte Auskünfte gegeben wurden. Darüber hinaus konnten in der offenen Gesprächssituation durch Nachfragen der Interviewer die Antworten kommunikativ validiert werden.

Die ProjektmitarbeiterInnen führten 50 leitfadengestützte Interviews mit Familien, deren 3-6jährigen Kinder im Frühjahr 2007 keine Kindertageseinrichtung besuchten. Mit den ersten Interviews wurden Erkenntnisse über die beste methodische und inhaltliche Vorgehensweise gewonnen. Diese bildeten die Grundlage für die Entwicklung eines einheitlichen Interviewleitfadens.

Die Analyse der Interviews ergab Erkenntnisse darüber,
• welche Typologie der Begründungskonstellationen existiert,
• wie Haushaltskonstellationen und Begründungstypologien in Verbindung stehen,
• wie die richtigen Interviewpartner gewonnen und motiviert werden können und
• schließlich wie die geschlossenen Fragen für die quantitative Erhebung aufgebaut sein müssen.

Ergebnisse:
Die Ergebnisse des explorativen Teils der Untersuchung liegen seit Sommer 2007 vor. Sie geben Auskunft zum einen über typische Konstellationen von regionalen und familialen Merkmalen, die dazu führen, dass Eltern eine häusliche Betreuung ihrer Kinder dem Kindergartenbesuch vorziehen, zum anderen über mögliche Maßnahmen, die nach Auskunft der Befragten zu einer stärkeren Attraktivität des Kindergartenbesuchs gerade auch für Kinder aus bildungsfernen Familien bzw. aus Familien mit Migrationshintergrund beitragen können.

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Kontakt

+49 89 62306-288
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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