Ausgangspunkt der Untersuchung


Auswertungen des Mikrozensus und der DJI-Betreuungsstudie belegen, dass Eltern eines gewissen Prozentanteils jedes Altersjahrgangs der 3-Jährigen bis zum Schuleintritt auf die Betreuung ihres Kindes im Kindergarten verzichten. Bei den 3-Jährigen sind es 39%, bei den 4-Jährigen 16% und bei den 5-Jährigen im Schnitt noch 10%. Auswertungen der Mikrodaten des Mikrozensus zeigen, dass diese Entscheidung häufig bei Familien mit Migrationshintergrund sowie bei Familien aus bildungsfernen Milieus getroffen wird. Geht man davon aus, dass der Kindergarten nicht nur für den Spracherwerb der Kinder eine wichtige Rolle spielt, sondern auch in seiner Funktion als Vorbereitung auf die Schule spätere Bildungschancen von Kindern wesentlich mit beeinflusst, so ist zu befürchten, dass zumindest ein Teil der Kinder, der Kindergartenplätze nicht in Anspruch nimmt, schon zu einem frühen Zeitpunkt seines Lebenslaufs von sozialer Ungleichheit im Bildungswesen betroffen ist.

Die Thematik bekommt eine besondere Aktualität vor dem Hintergrund der kontrovers geführten Diskussion, ob eine (partielle) Kindergartenpflicht eingeführt werden sollte. Vor einem solch weit reichenden Schritt, der zudem u.a. verfassungsrechtliche Fragen aufwirft, wird es als dringend notwendig erachtet, zunächst einmal genauere Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Gruppen von Eltern warum auf den Kindergartenbesuch verzichten und was verändert werden müsste, damit der Kindergartenbesuch für diese Familien eine ernstzunehmende Alternative darstellt. Diese Thematik bildet die Kernfragestellung des Projekts.


Lit.: Fuchs, K.: Wovon der Besuch einer Kindertageseinrichtung abhängt … ! Eine Auswertung des Mikrozensus für Kinder bis zum Schuleintritt, in: Th. Rauschenbach/M. Schilling (Hrsg.), Kinder- und Jugendhilfereport 2, München und Weinheim 2005, S. 157-174.

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