Lebenslagen, Lebensentwürfe und Bewältigungsstrategien von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Arbeitslosigkeit ist ein (erheblicher?) Anteil der jungen Erwachsenen mit der Perspektive der zeitweisen oder möglicherweise gar dauerhaften Ausgrenzung von "normaler" Erwerbsarbeit konfrontiert.
Während wir für Jugendliche und junge Erwachsene, die arbeitslos (gemeldet) oder in Überückungsmaßnahmen des Bildungssystems, der Arbeitsverwaltung oder anderer Anbieter plaziert sind, über vielfältige Informationen verfügen, wissen wir relativ wenig über die (wachsende?) Gruppe derjenigen, deren Lebensverläufe - und Lebensentwürfe - “normale” Erwerbsarbeit nur am Rande oder gar nicht berühren.

Die Untersuchung ”Karrieren jenseits von normaler Erwerbsarbeit” hat die Lebenslagen, Lebensentwürfe und Bewähltigungsstrategien von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf zum Gegenstand und beruht auf folgenden Annahmen:

  1. Jugendliche und junge Erwachsene mit schwierigen Zugängen zu Erwerbsarbeit am ersten Arbeitsmarkt entwickeln - teils altersphasenspezifisch, teils auf Dauer - Bewältigungsstrategien und Lebensentwürfe einer neuen Normalität am Rande von Erwerbsarbeit.
  2. Bewältigungsstrategien und Lebensentwürfe sind u.a. durch ökonomische, soziale und kulturelle Faktoren determiniert.
  3. Bewältigungsstrategien und Lebensentwürfe sind geschlechtsspezifisch ausgeprägt: die Spielräume für Lebensentwürfe zwischen den Extremen Normalbiographie und Marginalisierung sind für junge Frauen enger als für junge Männer.
  4. Soziale Räume bilden einen wichtigen Kontext für Bewältigungsstrategien und Lebensentwürfe. Soziale Räume können - durch ungünstige Chancenstrukturen oder die Ballung von Risikofaktoren - die Risiken sozialer Ausgrenzung erhöhen. Sie können andererseits auch Ressourcen darstellen, die ein Leben in anderen Mustern und unter Vermeidung der Risiken einer Marginalisierung möglich machen.

Ziel der Untersuchung ist es, Informationen über Bewältigungstrategien und Lebensentwürfe von jungen Erwachsenen außerhalb „normaler“ Ausbildungs- und Arbeitssituationen und über ihre sozialräumlichen Kontexte zu erhalten. Untersuchungsorte sind „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ in drei Kommunen des Landes Nordrhein-Westfalen.
Dadurch sollen Hinweise für eine Weiterentwicklung von Angeboten der Jugendsozialarbeit gewonnen werden, die den Lebenslagen und Bedürfnissen dieser Gruppe gerecht werden und die sozialen Räume in ihrer Funktion als Ressourcen für die Lebensführung stärken.

Kontakt

+49 345 68178-33
Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Franckeplatz 1
Haus 12/13 06110 Halle

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