Projektkonzeption und methodisches Vorgehen

Derzeit entstehen vielfältige Kooperationsmodelle zwischen bestehenden (öffentlichen) und neuen, meist privatwirtschaftlichen Trägern und Unternehmen, um eine nachhaltige Finanzierung flexibler Angebote zu erreichen. Im Projekt sollen Erkenntnisinteressen gewonnen werden, wie dieses Zusammenspiel verschiedener Akteure zur Schaffung neuer Infrastrukturen für die veränderten Bedarfe der Familien funktioniert und welches Verständnis diesen Kooperationen zu Grunde liegt. Dabei liegt der Fokus sowohl auf innovativen Finanzierungsmodellen als auch auf der organisatorischen wie pädagogischen Gestaltung der erweiterten Angebote.

Das Modellprojekt des Kinderhauses Regenbogen dient hier als Ausgangsbasis:
Es sind unterschiedliche Parteien mit sehr unterschiedlichen Hintergründen beteiligt, die vermutlich unterschiedlichen Handlungs- und Interessenslogiken unterworfen sind. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung sind die strukturellen Konstellationen herauszuarbeiten und zu analysieren sowie die verschiedenen Positionen zu klären. Neben der Dokumentation und Analyse der Strategien und Interessen der beteiligten Institutionen und ihrer Vertreter/innen im Stuttgarter Modell, gilt es zudem zu prüfen, welche Effekte solche Angebote für die Gestaltung und Organisation der pädagogischen Arbeit sowie für die Nutzer/innen haben.

In einem ersten Schritt gilt es, die Entwicklung des Kinderhauses sowie die Planung der erweiterten Angebotsstrukturen systematisch nachzuvollziehen. Dies geschieht durch eine Analyse der zusammengestellten Dokumente des Kinderhauses.

Im Mittelpunkt der Empirie stehen leitfadengestütze Interviews mit allen am Modell beteiligten Akteuren. Durch diese Befragung sollen Handlungslogiken und bestehende Interessen an der gemeinsamen Bereitstellung eines erweiterten Betreuungsangebotes ermittelt und analysiert werden. Die wesentlichen Schwerpunkte der Interviews mit den Personen, die das Angebot organisieren, finanzieren und gestalten, konzentrieren sich auf Erfahrungen mit der Kooperation sowie mit der eigenen Rolle in der gegebenen Konstellation (Grenzen und Schwierigkeiten der Kooperation), die Bereitstellung und Sicherung der Finanzierung sowie der organisatorischen Umsetzung der neuen Angebote in den bestehenden Betreuungskontext. Hier stellt sich z.B. die Frage nach veränderten Personalplanungen und den neuen konzeptionellen und pädagogischen Modellen. Es gilt zum einen herauszuarbeiten, wie ein solch komplexes Kooperationsmodell funktionieren kann, zum anderen gilt es aber auch, mögliche Reibungspunkte und Interessenskonflikte herauszuarbeiten, die eine nachhaltige Sicherung der bestehenden Infrastruktur gefährden könnten.

Durch Befragungen der Nutzer, also primär der Eltern, soll herausgefunden werden, wie und warum sie die erweiterten Angebote nutzen. Es interessieren jedoch auch die Gründe, warum Eltern das Angebot nicht annehmen (z.B. wegen relativ hoher Kosten). Dabei gilt es zugleich die Effekte der erweiterten Angebote für die Eltern (z.B. Organisation des Familienalltags, Vereinbarkeit von Familie und Beruf) sowie für die Kinder (z.B. Vereinbarkeit von kindlichen Bedürfnisse mit neuen Organisationsstrukturen) zu prüfen. Letztere sollen durch Hospitationen in den Kindergruppen erfasst werden (teilnehmende Beobachtungen).

In diesem Projekt geht es weiterhin darum, einen Überblick über die in Deutschland vorzufindenden innovativen Finanzierungswege erweiterter Angebotsformen zu gewinnen. Hierfür wurde eine Expertise in Auftrag gegeben, die u.a. weitere Modelle und deren Finanzierungsarten recherchiert, die wiederum vergleichend herangezogen werden sollen.


Insgesamt soll analysiert werden, wie das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure zur Schaffung neuer Infrastrukturen für die veränderten Bedarfe von Kindern und ihren Familien funktioniert, und welches Verständnis diesen Kooperationen zu Grunde liegt. Dabei liegt der Fokus auf den beiden ungeklärten Sachverhalten: 1. der Finanzierung sowie, 2., der Gestaltung (organisatorisch wie pädagogisch) erweiterter, flexibler Betreuungsangebote. In dem Modellprojekt des Kinderhauses Regenbogen sind unterschiedliche Parteien mit sehr unterschiedlichen Hintergründen (katholische Kirche, I.S.AR, Unternehmen, Stadt Stuttgart, Eltern) beteiligt, die vermutlich unterschiedlichen Handlungs- und Interessenslogiken unterworfen sind.

Kontakt

+49 89 62306-204
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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