Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Erfahrungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sie während ihrer beruflichen Ausbildung sowohl in beruflichen Schulen als auch  Ausbildungsbetrieben machen.

In der Zeit der beruflichen Bildung steht das Gelingen der Ausbildung an erster Stelle. Der Ausbildungserfolg kann dabei jedoch durch verschiedene Ursachen wie Mobbing, Exklusion oder Diskriminierung beeinflusst werden. Aus Forschung zu (Diskriminierungs-)Erfahrungen von Jugendlichen in allgemeinbildenden Schulen ist bekannt, dass lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und queere Jugendliche (LSBT*Q) den Ort Schule ausgesprochen ambivalent erleben und dort nicht selten negative Erfahrungen machen (Krell/Oldemeier 2015; Klocke 2012). Sie laufen Gefahr, in diesem Lebensbereich, aus dem sie sich nicht ohne langfristige bzw. gravierende negative Konsequenzen zurückziehen können, Diskriminierungen zu erleben, die sich negativ auf ihre psychische Gesundheit auswirken können (Plöderl 2016)

Ausgehend von diesen Erkenntnissen soll im Projekt eine empirische Wissensbasis zu (Diskriminierungs-)Erfahrungen von LSBT*Q Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der beruflichen Bildung geschaffen werden. Zu diesem Zweck werden bundesweit etwa 16 qualitative Interviews mit LSBT*Q Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt.

Antidiskriminierungsarbeit und der Umgang mit Vielfalt sind zunehmend wichtige betriebliche Aufgaben (ADS 2013). Während die Themen Migration, Behinderung und Verhalten gegenüber Frauen in der Antidiskriminierungsarbeit schon länger etabliert sind, finden Fragen zu Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Zugehörigkeit gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen oder queeren Menschen und Menschen mit Trans*-Biografie erst langsam Beachtung. Das Projekt soll notwendige empirische Grundlagen für die Weiterentwicklung von Antidiskriminierungsarbeit in der beruflichen Bildung im Bereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zur Verfügung stellen.

Wir suchen junge LSBT*Q für Interviews!

Wenn du zwischen 16 und 27 Jahren alt bist und zur Zeit eine Ausbildung in einem sozial/pflegerischen, handwerklichen, medizinisch/technischem oder kaufmännisch/verwaltendem Bereich machst  und du Zeit und Lust auf ein Interview hast, melde dich ganz einfach per Mail oder ruf an! 

 

 

Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Hrsg.) (2013): Diskriminierung im Bildungsbereich und im Arbeitsleben. Zweiter Gemeinsamer Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der in ihrem Zuständigkeitsbereich betroffenen Beauftragten der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages. Berlin

Klocke, Ulrich (2012): Akzeptanz sexueller Vielfalt an Berliner Schulen. Eine Befragung zu Verhalten, Einstellung und Wissen zu LSBT und deren Einflussvariablen. Berlin

Plöderl, Martin (2016): Out in der Schule? Bullying und Suizidrisiko bei LGBTI Jugendlichen. In: Suizidprophylaxe, 43. Jg., H. 1, S. 6–13

Kontakt

+49 89 62306-310
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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