Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen stellt neben anderen Gewaltformen ein gesellschaftlich äußerst relevantes Problem dar. Zum Kreis der Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen zählen Präventionsanstrengungen vor allem im Bereich institutioneller Schutzkonzepte.

Das Monitoring zum Stand der Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen erfasst im Auftrag des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung systematisch die Einführung und Umsetzung von Schutzkonzepten in Einrichtungen resp. Organisationen vor dem Hintergrund der 2011 entwickelten „Leitlinien zur Prävention und Intervention sowie zur langfristigen Aufarbeitung und Initiierung von Veränderungen nach sexualisierter Gewalt durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Institutionen“.

Die übergeordneten Ziele des Monitorings sind zum einen die Unterstützung der Weiterentwicklung von Einrichtungen und Organisationen als Schutzorte (Schutz vor sexualisierter Gewalt innerhalb der Einrichtung) sowie zum anderen als Kompetenzorte (Einrichtung bzw. Organisation als kompetenter Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche, die innerhalb oder außerhalb der Einrichtung sexualisierte Gewalt erfahren haben). Dies wird unter anderem mittels der Analyse und Aufbereitung positiver Beispiele sowie durch einen aktivierenden Charakter der Untersuchungsmethoden verwirklicht.

Darüber hinaus werden die ersten beiden Monitoring-Erhebungswellen (2012/2013) fortgeführt und vertieft, um Fortschritte im Ausbau von Präventions- und Interventionsmaßnahmen sichtbar zu machen.

Im Jahre 2010 wurde der Runde Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ infolge bekannt gewordener Fälle sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen eingerichtet. Aus diesem Grunde wurden - unterstützt durch die Expertise aus Fachpraxis und Wissenschaft – Leitlinien zur Prävention, Intervention und Aufarbeitung (PIA) entwickelt und ausgearbeitet. Im Rahmen dessen wurde der Versuch unternommen, durch einen gesellschaftlich hochrangigen Konsens in Politik und Fachpraxis die Verbreitung von Schutzkonzepten und Präventionsanstrengungen in allen Institutionen und Bereichen der Gesellschaft, in denen Kinder bzw. Jugendliche betreut werden, zu befördern. Dieser Impuls wurde vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs aufgegriffen und fand in Bemühungen zum Abschluss von Vereinbarungen mit Spitzenverbänden und Dachorganisationen von Einrichtungen, denen Kinder und Jugendliche anvertraut sind, Beachtung.

Das Monitoring befasst sich mit dem Stand der Umsetzung der in 2010 verabschiedeten Empfehlungen des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ in den Bereichen Bildung und Erziehung, Gesundheit, Religiöses Leben sowie Kinder- und Jugendarbeit. Innerhalb der vier Bereiche werden insgesamt 15 verschiedene Handlungsfelder erfasst (siehe Grafik).

Zur Abbildung der  Fortschritte in Ausbau und Implementierung von Maßnahmen im Zeitverlauf werden die Erhebungen im quantitativen Bereich vergleichend zum bisherigen Monitoring fortgeführt und ergänzt. Die quantitativen Erhebungen in den Bereichen Bildung/Erziehung und Gesundheit wird vom SOKO Institut als Unterauftragnehmer durchgeführt. Des Weiteren werden erste Annäherungsversuche unternommen, der Frage nach möglichen Wirkungen bisheriger Bemühungen nachzugehen. Diese sollen im Rahmen des Projekts mittels qualitativer Verfahren aus Sicht der Fachkräfte und Leitungspersonen angesprochen werden. Daneben werden die Sichtweisen von Jugendlichen durch eine geplante Online-Befragung mittels eines Selbstevaluationstools für Einrichtungen einbezogen.

Aus den empirischen Ergebnissen des Projekts werden Empfehlungen für Praxis, Politik und Wissenschaft abgeleitet. Die Gesamtergebnisse und Empfehlungen berücksichtigen dabei die Forschungsbefunde vergleichbarer Projekte. Einbezogen werden sollen die am DJI angesiedelten Projekte in der BMBF-Förderlinie "Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten": Kultur des Hinhörens, Prävention von Reviktimisierung bei sexuell missbrauchten Jugendlichen in Fremdunterbringung und Wissen von Schülerinnen und Schülern über sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten. Zudem werden weitere einschlägige Studien und insbesondere auch das Projekt Wirkungen des  Bundeskinderschutzgesetzes - Wissenschaftliche Grundlagen berücksichtigt.

Darüber hinaus wird auf Basis generierter Befunde die Formulierung von Perspektiven zur Weiterentwicklung von Maßnahmen des Kinderschutzes und zur Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen angestrebt.

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