Das Kompetenzteam Jugend nimmt die Altersbereiche der Jugend (von ca. 12 bis 20 Jahren) und des jungen Erwachsenenalters (von 20 bis ca. 30 Jahren) in den Blick. Das Jugend- und junge Erwachsenenalter ist durch eine hohe Dynamik gekennzeichnet und lässt sich vor allem durch die Bewältigung spezifischer Entwicklungsaufgaben und Statuspassagen wie der Abnabelung von den Eltern, dem Auszug aus dem elterlichen Haushalt, des Aufbaus von Gleichaltrigen- und Partnerschaftsbeziehungen, des Erwerbs schulischer und beruflicher Qualifikationen und den Übergang in das Erwerbsleben sowie der Familiengründung beschreiben.

Im Kontext von AID:A stehen neben der Sozialberichterstattung über die Lebenslagen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen derzeit folgende Themen im Zentrum der Auswertungen:

 

Schwerpunkt der Analysen sind Schritte, die den Übergang von der Jugend ins Erwachsenenalter markieren. Mit den AID:A-Daten wurde in 2016 insbesondere der räumlichen Verselbständigung (Auszug und Rückkehr ins Elternhaus) in Verbindung mit finanziellen (Einstieg in Ausbildung/Studium, Erwerbstätigkeit) und sozialen Verselbständigungsschritten (feste Partnerschaft, Zusammenziehen mit Partner/in) Beachtung geschenkt. Zukünftig sollen allerdings auch Verselbständigungsschritte im jüngeren Jugendalter und damit beim Übergang von der Kindheit in die Jugendphase verstärkt in den Blick genommen werden.

In 2016 wurden zum einen Analysen zum zeitlichen Wandel des Vereinsengagements und des politischen Interesses vorgenommen – anhand der DJI-Jugendsurveys und AID:A-Surveys.  Zum anderen wurde die politische Involvierung sowie die politische Partizipation 14- bis 29-Jähriger anhand der – auf AID:A II aufsetzenden – Online-Befragung der FES-Jugendstudie 2015 (in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut und infas angewandte Sozialwissenschaften) im Hinblick auf ihre ökonomischen, sozialen und motivationalen Ressourcen untersucht. In 2017 wird die zivilgesellschaftliche und politische Teilhabe junger Menschen in Abhängigkeit von Geschlechtszugehörigkeit, Freizeitmustern und Familienalltag (mit Blick auf das politische Interesse von Mutter/Vater) analysiert.

Die Untersuchung des Freizeitverhaltens Jugendlicher dient – als fester Bestandteil der Jugendforschung dazu -, Entwicklungs- und Sozialisationsprozesse im Kontext von Freizeitaktivitäten nachzuvollziehen und deren Abhängigkeit von gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen aufzuzeigen. Im Jahr 2016 wurden sowohl die Motive, die Jugendliche mit bestimmten Freizeitaktivitäten verbinden, als auch die Effekte dieser Aktivitäten auf biografisch relevante Outcomes wie z.B. den Schulerfolg in quer- und längsschnittlichem multivariaten Design untersucht.

Im Jahr 2017/2018 stehen im Rahmen einer Promotionsarbeit die Peers und Gleichaltrigenbeziehungen – in AID:A I und II vor allem über „gute Freundschaften“ operationalisiert – im Fokus.

Aufbauend auf bisherigen Analysen zum Wertewandel von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 29 Jahren anhand der DJI-Jugendsurveys und den beiden AID:A-Wellen sollen mit der AID:A-Panelstudie individuelle Wertentwicklungen untersucht werden unter Berücksichtigung familialer Ressourcen wie beispielsweise das elterliche Erziehungsverhalten.

Bildungsteilhabe und die erfolgreiche Bewältigung des Übergangs von der Schule in eine Ausbildung/ein Studium und der Eintritt in den Erwerbsmarkt gelten als eine der zentralen Entwicklungsanforderungen des Jugend- und inzwischen des jungen Erwachsenenalter. Zunehmend stellen sich hierbei auch Fragen nach den gesundheitlichen Einflussfaktoren auf diese Übergangsprozesse. In der öffentlichen Diskussion immer wieder ein Anstieg der psychischen Belastungen im Jugendalter konstatiert. Auf Basis von AID:A I und II werden hierbei Auswertungen zum Thema von Belastungen durch schulische Bildungsanforderungen durchgeführt. Es werden unterschiedliche Bildungsniveaus verglichen.

Für junge Menschen stellen der Übergang in eine berufliche Ausbildung oder ein Studium und der sich anschließende Eintritt in Erwerbsarbeit zentrale Ereignisse in ihrem Lebenslauf dar. Hier werden die Weichen für ihren weiteren Erwerbsverlauf und damit über ihre gesellschaftliche Teilhabe gestellt. Seit einigen Jahrzehnten verändern sich die etablierten Trajekte des Bildungs-, Ausbildungs- und Beschäftigungssystems nachhaltig. Diesen Prozessen wird auf der Basis der Daten von AID:A I und AID:A II durch längsschnittlich angelegte Untersuchungen zu Übergangsverläufen von der Schule in Ausbildung und Erwerbsarbeit nachgegangen. Aktuell wird der Frage untersucht, welche Einmündungschancen Bachelorabsolventinnen und  -absolventen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Geschlechterdifferenzen im Berufsfindungsprozess wurden bislang überwiegend im Kontext der Strukturen des Bildungs- und Ausbildungssystems untersucht. Wenig erforscht ist dagegen, welche Rolle außerinstitutionelle Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen bei der Entwicklung von Berufsaspirationen spielen. In den Jahren 2017 und 2018 soll daher im Rahmen einer Promotionsarbeit der Frage nachgegangen werden, inwieweit sich an informellen und nonformalen Lernorten Ansatzpunkte zur Erweiterung des Berufswahlspektrums von jungen Frauen und Männern finden lassen. Damit verbunden ist auch die Frage, welchen Herausforderungen Jugendliche mit geschlechtsuntypischen Berufsaspirationen am Übergang in Ausbildung und Erwerbsarbeit gegenüberstehen.

Gewalterfahrungen von Jugendlichen, entweder als Opfer oder als Täter, können riskante und belastende E