Armut und Willkommenskultur - Fällt Teilen in schweren Zeiten schwerer?

15. Februar 2016 -

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen in Deutschland warnen einige Kommunen vor einem drohenden Verteilungswettbewerb auch um kostenlose Lebensmittel bei den sogenannten „Tafeln“. 250.000 Flüchtlinge stehen dort mittlerweile neben Einheimischen Schlange. Gegenüber DeutschlandRadio Kultur spricht sich Exklusionsforscher Frank Tillmann (DJI) dafür aus, sozialpolitisch auf die Verbesserung der Situation derjenigen gesellschaftlichen Gruppen Gewicht zu legen, denen es in Deutschland am schlechtesten geht. Er folgt damit der Theorie der Gerechtigkeit des Harvard-Professors John Rawls, der sagte: In einer gerechten Gesellschaft müsse gerade die Position der Schwächsten immer noch annehmbar sein. Zu den Schwächsten zählen neben Einwanderern auch marginalisierte Gruppen wie Straßenjugendliche, die in einem DJI-Projekt untersucht werden, oder verdeckt arme Menschen, die aus Scham oder Unwissenheit keine Sozialtransfers in Anspruch nehmen, obwohl sie ihnen zustehen würden. Tillmann zufolge würde letztlich nur ein bedingungsloses Grundeinkommen Abhilfe schaffen, das jedem von vornherein eine Existenzgrundlage zusichern und ein Leben unterhalb des Existenzminimums verhindern würde, wie es für viele heute selbst im reichen Deutschland Realität ist.

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